Samstag, 27. April 2013

Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble - Aus FAZ

Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble haben den Dax am Freitag nach einem freundlichen Verlauf im Minus schließen lassen. Positive Aussagen aus China seien ignoriert worden, nachdem sich Schäuble in der „Wirtschaftswoche“ für eine Reduzierung der Liquidität in der Eurozone ausgesprochen habe, sagten mehrere Händler. Schäuble hatte der Wirtschaftszeitschrift gesagt: „Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.“
Am inzwischen sechsten schwachen Handelstag sank der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent auf 7453 Punkte. Eine solch lange Verluststrecke hatte er zuletzt im November 2011 erlebt, als es wegen der Eurokrise an insgesamt neun Tagen in Folge abwärts ging. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex zudem auf dem tiefsten Stand seit Anfang Dezember 2012 geschlossen.
Der M-Dax ging an diesem Freitag hingegen 0,4 Prozent im Plus bei 13.024 Punkten ins Wochenende. Der Tec-Dax legte um ein Prozent auf 906 Punkte zu. Der marktbreite FAZ-Index verlor 0,3 Prozent auf 1609 Punkte. Der Euro Stoxx 50 verbuchte ein Plus von 0,6 Prozent auf 2551 Punkte.

SAP schwächer

Unternehmensseitig rückten die SAP-Aktien nach schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen in den Fokus und büßten 3,1 Prozent ein. Dass der Baustoffkonzern Heidelberg Cement den russischen Zementhersteller CJSC vollständig übernimmt, ließ das Kursplus der Aktie abbröckeln. Das Papier gewann 0,4 Prozent auf 50,3 Euro, nachdem es zeitweise bis auf 51,03 Euro gestiegen war.
Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,03 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 135,69 Punkte. Der Bund Future sank um 0,07 Prozent auf 146,12 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3115 (Donnerstag: 1,3045) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7625 (0,7666) Euro.

Wall Street uneinheitlich

Die Wall Street hat sich am Freitag uneinheitlich entwickelt. Börsianer verdauten noch die Bilanz-Flut der Unternehmen. Der Dow-Jones-Index gab um 0,1 Prozent auf 14.519 Punkte nach, der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich dagegen um 0,7 Prozent auf 1552 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-Composite rückte um 1,2 Prozent auf 3205 Stellen vor.
Die Aktien von Google legten um 2,8 Prozent zu. Ein deutliches Wachstum in seinem Internetgeschäft hat dem weltgrößten Suchmaschinenbetreiber die Bilanz gerettet. In seinem angestammten Geschäft setzte der Konzern im ersten Quartal 23 Prozent mehr um. Verkauft wurden dagegen die Dividendenpapiere des weltgrößten IT-Dienstleisters IBM. Das Unternehmen bekam im vergangenen Quartal eine größere Zurückhaltung seiner Kunden als erwartet zu spüren. Die IBM-Aktie sackte um fast 7 Prozent ab. Die Aktien des Siemens-Rivalen General Electric ließen 3,3 Prozent Federn, obwohl das Unternehmen seinen Gewinn im ersten Quartal um 16 Prozent auf 3,53 Milliarden Dollar gesteigert hat. Die Aktien des Konkurrenten Honeywell legten dagegen nach Vorlage ihrer Quartalszahlen um 3,3 Prozent zu.
Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters