Freitag, 5. Oktober 2012
Bernanke prints dollars - consequences ? - aus NZZ
Zuerst zu den einfacheren Situationen. Gold dürfte in diesem Umfeld weiter zulegen, zumal die Aussagen der Notenbank klar darauf ausgerichtet sind, dass sie mehr Geld drucken wird, falls die Arbeitslosigkeit nicht abnimmt. In Wall-Street-Kreisen erwartet hier niemand einen schnellen Rückgang. Problematisch sei dabei vor allem die Tatsache, dass die Geldpolitik kaum etwas an der strukturellen Langzeitarbeitslosigkeit der USA ändern kann. Das Land ist in vielen Bereichen bereits wieder gesund und am Wachsen. Diejenigen Sektoren, die immer noch hinterherhinken, wie etwa Teile der Industrie oder der Bauwirtschaft, werden sich auch mit weiteren Geschenken aus der Gelddruckerei kaum verbessern. Insofern ist mit einer weiteren, möglicherweise massiven Expansion der Bilanz des Fed zu rechnen, was traditionell zu einem höheren Goldpreis führt.
Bremswirkung des Ölpreises
Etwas komplizierter ist die Lage bei anderen Rohwaren wie etwa Kupfer, Eisenerz oder Erdöl. Hier fragen sich die Auguren, ob die Gelddruckerei Bernankes wirklich viel Einfluss haben kann. Der Ölpreis ist bereits über 100 $ je Fass, und ein weiterer Anstieg wird laut Beobachtern ohne Zweifel zu einem allgemeinen Nachfragerückgang in den USA führen. Die Konsumenten hierzulande sind bereits am Anschlag, was den Benzinpreis betrifft. Auch die Fliegerei könnte durch höhere Treibstoffzuschläge beeinträchtigt werden. Transportgesellschaften wie UPS, Fedex oder lokale Lastwagentransporteure wie CH Robinson warnen schon länger vor zu hohen Treibstoffpreisen.
Den Industrieunternehmen der USA sendet die Geldpolitik der Notenbank ebenfalls kein klares Signal aus. Während der Maschinenhersteller Caterpillar schon länger an Bernanke appelliert hat, mehr Geld zu drucken, geben sich andere Grossindustrielle wie Dupont, 3M oder John Deere skeptischer. Hier wird der Geldsegen kritischer betrachtet, zumal die Unternehmen dadurch mittelfristig auch mehr Konkurrenz erwarten.
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